Werke & Presse

Vorschautext:

Wie man seine Bestimmung findet: der neue große Roman von Christian Haller

Der Damm ist gebrochen, der Fluss des Lebens trägt Christian Haller näher an seine Bestimmung heran. Aus dem jungen Mann, der den Weg suchte, "den es nicht gab und den er dennoch gehen wollte", ist ein Schriftsteller geworden. Durch Widerstände, Schicksals- und Rückschläge eröffnen sich ihm zunächst neue Lebens- und Arbeitsbereiche. Er aber muss kämpfen gegen finanzielle Nöte, gegen Ablehnung und für die Anerkennung seiner Arbeit. Doch schreibend gelangt er an sein Ziel: In der Erkundung seiner Herkunft, jener Einschläge des 20. Jahrhunderts, die die Wege seiner Familie bestimmten, tritt allmählich das erzählende Ich hervor. Und mit ihm die Frage, wie der Untergrund des Lebens tatsächlich beschaffen ist.

"Flussabwärts gegen den Strom", der abschliessende Band der autobiographischen Trilogie, erscheint Ende August 2020.


Rezensionen:

NZZ am Sonntag, Bücherbeilage, 27. 9. 2020
Schweizer Literatur 

Mit dem Band «Flussabwärts gegen den Strom» schliesst Christian Haller seine zweite Trilogie auf überzeugende Weise ab

Bei Einbruch der Wirklichkeit

Von Manfred Papst

Der Rhein führt Hochwasser und unterspült die Häuser der Laufenburger Altstadt. Am 19. Juni 2013 reissen die Fluten einen Teil von Christian Hallers Haus weg. Was auf Fels gebaut schien, erweist sich als porös und vergänglich. Die ganze Existenz gerät ins Wanken; kann da wenigstens noch auf die Erinnerung Verlass sein? Mit dieser Szene begannen schon die ersten zwei Bände von Christian Hallers zweiter, autobiografischer Trilogie; sie ist auch das Leitmotiv des nun vorliegenden Schluss- bandes «Flussabwärts gegen den Strom».

Hallers Schreiben war seit je mit biografischen Elementen durchsetzt. In seiner «Trilogie des Erinnerns» (2001–2006) hat er der Welt der Mutter, des Grossvaters und des Vaters ein Denkmal gesetzt. Im Roman «Im Park» beschäftigte er sich mit dem dramatischen Ereignis, das sein Leben geprägt hat wie kein anderes: dem Hirnschlag seiner Lebensgefährtin, der zu ihrer Invalidität führte. Als Haller 2013 den ersten Band seiner zweiten Trilogie, «Die verborgenen Ufer», in Angriff nahm, befand er sich in einer Krise: Sein letzter Roman war zum Teil auf heftige Ablehnung gestossen, seine langjährige Partne- rin hatte ihn verlassen, Angstzustände suchten ihn heim. In dieser Situation rettete er sich – einmal mehr – ins Schreiben.

Die Welt wird lesbar

Bei Durchsicht seiner Bücher fiel ihm auf, dass es in deren Gewebe eine Leerstelle gab: ihn selbst. Die Figur, die all diese Geschichten erzählt hatte, war nie in ihrer Eigenart in Erscheinung getreten. Das holte er nun nach. In «Die verborgenen Ufer» (2015) steigt er hinab in die Keller seiner Kindheit. Mit poetischer Kraft schilderte er das Erwachen der frühkindlichen Wahrnehmung, das allmähliche Lesbar-Werden der Welt. Wir begegnen der gross-bürgerlichen Mutter, die der Zeit im prächtigen Bukarest nachtrauerte, dem Vater, der zwar Fabrikant war, dem übermächtigen Grossvater aber nicht Paroli bieten konnte und seine ohnmächtige Wut darüber an den beiden Söhnen auslässt.

Haller schildert sich als Aussenseiter und Legastheniker, der sich durch die Schule quälte, die Archäologie als Gegenwelt entdeckte, Schauspieler und Lyriker werden wollte und als Hausbursche in einer Zürcher Buchhandlung am Rand der Armut lebte. Der zweite Band, «Das unaufhaltsame Fliessen» (2017), zeigt den Autor als jungen Mann, der mit seinem literarischen Werk nicht vorankommt, den uferlosen Nachlass des Schweizer Autors Adrien Turel aufarbeitet, Dorflehrer wird und dann unvermutet am Gottlieb-Duttweiler-Institut Karriere macht. In diesem Buch lässt die Dichte gegenüber dem ersten deutlich nach; gelegentlich mochte man an der Relevanz des Mitgeteilten zweifeln und sich über

den weniger Wasser führenden Erzählfluss wundern. Im Rückblick, vom Ende des neuen dritten Bandes her, stellt sich die Sache anders dar. Zwar bleibt der zweite Band eine Durststrecke, doch nun wird seine Funktion im Ganzen sichtbar. Haller erzählt, wie einer in einem langsamen und oft schmerzhaften Prozess, in zähem Ringen und unter schwierigen materiellen Bedingungen zu dem bedeutenden Autor wird, als der er uns heute entgegentritt. Begabt und wach, eigensinnig und beharrlich war er schon immer. Aber erst in den Romanen «Die verschluckte Musik», «Das schwarze Eisen» und «Die besseren Zeiten», welche die «Trilogie des Erinnerns» bilden, schöpfte er sein Potenzial aus. Bei Erscheinen des ersten Bandes war er 58 Jahre alt.

Roman eines Romans

In seiner zweiten Trilogie verzichtet Haller nun ganz auf fiktionale Elemente. Sein Stil ist schmuck-, aber nicht kunstlos. Man merkt, dass hier einer schreibt, dem der Widerstand des Sprachmaterials wichtig ist. Seine Arbeit gleicht der eines Steinmetzen. Trotzdem ist «Flussabwärts gegen den Strom» keine beschwerliche Lektüre. Da Haller nichts verklärt oder verrätselt, verstehen wir jedes Wort. Und wir haben auch etwas zu lachen, etwa, wenn er freimütig erzählt, wie er am Zürichberg zwei freundliche ältere Damen besucht, die sich für sein Romanmanuskript interessiert haben, und erst im Nachhinein realisiert, dass er bei Ruth Liepman und somit in der bedeutendsten Literaturagentur des deutschen Sprachraums zum Tee geladen war.

Christian Hallers Autobiografie ist ein Künstler- und Entwicklungsroman, der von äusserer und innerer Enge handelt, vom Eigensinn eines sensiblen Menschen, dem seine Ernsthaftigkeit und Unbedingtheit immer wieder in die Quere kommen, der sich aber treu bleibt und in der «Trilogie des Erinnerns» über sich hinauswächst. Wir lesen hier den «Roman eines Romans», wie Thomas Mann sein Buch «Die Entstehung des Doktor Faustus» nannte. 

 

Christian Haller: Flussabwärts gegen den Strom. Luchterhand 2020. 222 Seiten, um Fr. 34.–, E-Book 24.–.



Bieler Tagblatt, Mittwoch, 16. 9. 2020

Charles Linsmayer

Der Weg, den es nicht gab und den ich dennoch gehen wollte

Literatur  Mit „Flussabwärts gegen den Strom“ beendet Christian Haller die vorbehaltlos ehrlich Geschichte seines Lebens als Schriftsteller - und steuert damit auch Details zu seinem Werk bei.

Die 832-seitige, vom ersten Weltkrieg bis in die 70ziger Jahre spielende „Trilogie des Erinners“ gehört zu den grossen Familien- und Epochenromenen der Schweizer Literatur. Aber als sie 2006@abgeschlossen vorlag liess ein Naturereigniss ihren Verfasser Christian Haller selbst einen nicht unbedeutenden Mangel darin entdecken. Im ersten Band, „Die verschluckte Musik“, hatte er seine von einer rumänischen Familie aabstammende Mutter zum Thema gemacht, der zweite Band, „Das scharze Eisen“, war seinem Grossvater, aeinem Grossindustriellen gewidmet, der dritte „Die besseren Zeiten“, seinem Vater, der in der Nachkriegszeit nach 1945 nie wirklich seinen Platz fand.

Am Nullpunkt der Existenz

Jenes Naturereignis bestand darin, dass da sHochwasser des Rheins einen Teil von Hallers Haus in Laufenburg mit sich riss und es lange unklar war, ob das Gebäude überhaupt würde gerettet werden könne. Das Ereignis brachte Haller an den Nullpunkt seiner Existenz und liess ihn ganz offenbar auch die „Trilogie des Erinnerns“ mit anderen Augen sehen. Und auf einmal entdeckte er darin einen wesentlichen Mangel: „In meinem Werk fehlte ich selbst. Das Ich, das dies alles erzählt.“ Und um diesen Mangel wieder gutzumachen, begann er nochmals zu erzählen, diesmal jedoch auf eine sehr viel persönlichere, autobiographische Weise: „Mich hatten die Risse im Fundament unseres Hauses zur Frage zurückgeführt, wie das Fundmant meines Lebens tatsächlich beschaffen war und wie ich den Weg gefunden habe, den es nicht gab und den ich dennoch gehen wollte.“

Eine zweite, intime Trilogie

Immer im Blick auf den Fluss, der alles mit sich zu reissen droht, begann Haller seine Lebensgeschichte zu erzählen. Die Geschichte eines erste spät zu Erfolg gelangtenSchriftstellers, eine nicht endend wollende Abfolge von Scheitern und Enttäuschungen, die auf radikal ehrliche, sich selbst nicht schonende Weise zeigen wollte, warum ihm der literarische Durchbruch erst 2002, mit 59 Jahren gelingen sollte. Band eins, „Die verborgenen Ufer“ schildert 2005 Hallers Kindheit in Basel und in Suhr, seine Lehrerausbildung, die frühesten literarischen Versuche, die Zeit als Hausbursche einer Züricher Buchhandlung, die erste Liebe und die Begegnung mit der Lebenspartnerin Pippa; während Band zwei „Das unaufhaltsame Fliessen“, 2017, von der Zeit erzählte, als er im Auftrag der Stadt Zürich den Nachlass von Adrien Turel sichtete, Zoologie studierte und an Gottlieb- Dudttweiler Institut in Rüschlikon Karriere machte. Tätigkeiten und Herausforderungen, die im Nachhinein als Umwege zu jenem Eigentlichen erkennbar werden, zu dem er von Anfang an unterwegs war: dem Erfolg als Schriftsteller, „Flussabwärts gegen den Strom“ heisst der nun vorliegenden dritter Band dieser neuen autobiografischen Trilogie und bereits der Titel deutet an, dass der Weg zum Erfolg auch im letzten Drittel des Weges steinig und beschwerlich gewesen ist. Und zwar nicht nur, weil dazu wieder viele berufliche Umwege nötig waren oder weil die Produkte der Schreibleidenschaft die Verlage und die Presse lange Zeit nicht überzeugen vermochten, sondern auch aus privaten, quasi familiären Gründen.

Es war mitten in der mehrjährigen Arbeit an einem Roman mit dem Titel „Der Kongress“, als 1985 Pippa, die Lebenspartnerin, einen Hirnschlag erlitt, der sie halbseitig lähmte und für immer an den Rollstuhl fesselnd. Das Ereignis und die Sorge um seine Partnerin machte ihn für lange Zeit schreibunfähig, und es sollte Jahre dauern, bis er die um den Vorfall gelagerte unzugängliche „Kraterlandschaft“ durchdringen und ihn literarisch zu gestalten und damit auch zu bannen vermochte.

In „Strandgut“ ist 1991 der Journalist Sid das Hirnschlagopfer, in der „Brief ans Meer“ trifft es 1995 eine Frau namens Irina, 2008, in Roman „Im Park“, erleidet die Figur Lia genau jene Hirnblutung wie Pippa 1985 und wird gezeigt, wie sie allmählich in eine gewisse Normalität zurückfindet und was das für ihren Partner bedeutet. Jetzt aber, im neuesten Roman, ist Haller soweit, die Geschichte aus persönlichem Erleben zu erzählen und deutlich zu machen, wie sehr das Ereignis und seine Folgen sein Schriftstellerleben als eine entscheidende, existenziellen Herausforderung geprägt und bestimmt haben.

Bei allem Erfolg und alle Anerkennung, die er dafür bekommen konnte, erweisen sich auch die Tätigkeiten, die Haller seit 1985 ausgeübt hat – als Dramaturg und Regisseur am Theater, in leitenden Funktionen bei Organisationen und Vereinen, als Begleiter der Tanzkünsterin Monique Schnyder auf einer Welt Tournee – erneut als Umwege zu einem Durchbruch als Autor, um den er in mehreren Anläufen vergeblich ringt. Wie er trotz Absagen und Diskreditierungen und obwohl ausser der Agentin Ruth Liepman kaum mehr jemand an ihn glaubt, immer weiter an seinen Texten und Projekten arbeitet und sich in seinem Glauben an den schliesslichen Erfolg nicht entmutigen lässt: das hat etwas Berührendes an sich und dürfte auch anderen Schreibenden, die in ihrem Bemühen, gedruckt zu werden, Misserfolg um Misserfolg erleben, Mut machen. Dass er durch Beobachtungen in Bangladesh und Berlin darauf aufmerksam wird, wie sich in Städten das Historische auf vitale Weise fassbar machen lässt, und das ihn ausgerechnet seine Mutter, durch die Demenz in ihrem Erinnerungsvermögen beeinträchtigt, auf die Idee bringt, das Bukarest vor dem Ersten Weltkrieg ins Visier zu nehmen und da auf sinnlich-anschauliche Weise seine Familiengeschichte beginnen zu lassen: das gehört zu den spannenden Momenten in dieser romanhaften Autobiografie, die nicht nur zu den drei Bänden der grossen Trilogie, sondern auch zu Hallers anderen Werken Informationen und Details beisteuert, die man woanders nicht findet. 

Vor allem die Frauenfiguren

Aber nicht das allein macht das bei aller Schwere der Problematik frisch und munter daher kommen die Buch lesenswert. Es sind vor allem die Frauenfiguren, die am Rand dieses Schriftstellerlebens standen und von denen der Autor immer wieder wesentliche Impulse entgegennehmen durfte: die eigenwillig-kämpferische Schauspielerin Pippa, die auch als halbseitig Gelähmte seine Kritikerin und Gesprächspartnerin blieb; Anina, die Mutter eines Sohnes, die ihm eine Zeitlang ein Familienleben ermöglichte und so plötzlich aus seinem Leben verschwand, wie sie hineingeraten war; und die Tänzerin Monique Schnyder, die ihn auf eine sinnlich elementare Weise mit der grossen Welt versöhnte und ihm von Bukarest aus in einem Telefongespräch nach München den Verleger zuhielt, die den langen erkämpften und ersehnten Durchbruch zum Erfolg endlich möglich machte.

 

Christian Haller, „Flussabwärts gegen den Strom“, Luchterhand Literaturverlag München, 221 Seiten, Fr. 32.90

 

BLICK 31. 8. 2020 Literatur heute und diverse Publikationen und Zeitungen

«Flussabwärts gegen den Strom»: eine intensive Lebensbeichte

Beat Mazenauer

In Schritten von zwanzig Jahren schreibt Christian Haller in der «Fluss-Trilogie» sein Leben nach. Im dritten Band «Flussabwärts gegen den Strom» findet der Autor zum Schreiben. Das Buch ist ein guter Einstieg in sein Werk.

Der Aargauer Christian Haller hat jahrzehntelang beharrlich Krisen gemeistert - bis er nun mit seinem neuem Roman "Flussabwärts gegen den Strom" zu sich als Schriftsteller gefunden hat.

Krisen sind auch Chancen. Was abgedroschen klingt, bewahrheitet sich im Fall von Christian Haller gleich doppelt. Als vor Jahren, nach starken Regenfällen, ein Teil seines Hauses am Rhein grollend zusammenbrach, fiel auch er in ein tiefes Loch.

Haller hat das Signal zum Anlass genommen, dem eigenen Leben nachzuspüren und seinen Weg zu überprüfen. Entstanden sind daraus zwei Bücher, in denen er auf seine Jugend und die Arbeit am Gottlieb Duttweiler Institut zurückblickt. In «Flussabwärts gegen den Strom», seinem neuen dritten Band wendet er sich seinem Schreiben zu.

Es geschieht etwas Unvorhergesehenes: «Zwischen zwei und drei Uhr früh erlitt Pippa eine Hirnblutung.» Der Satz markiert eine Zäsur. Pippa, die Lebens- und Arbeitspartnerin, ist nach dieser Nacht halbseitig gelähmt. Damit zerschlagen sich die Pläne des Autors. Das Leben würde fortan anders verlaufen - nur wie?

Der Weg zur Erfüllung des Lebenstraumes als Autor ist beschwerlich. Haller erzählt in seinem neuen autobiografischen Werk, wie er und Pippa mit Geduld und Sorgfalt sich im neuen Leben einrichten und wie er mehr und mehr in ihr Arbeitsfeld, das Theater, hineinrutscht.

Demgegenüber geht es mit dem Romanschreiben nicht recht voran. Er unternimmt mehrere Versuche, seine Erfahrungen am Gottlieb Duttweiler Institut literarisch zu verarbeiten. Doch selbst die renommierte Agentin Ruth Liepmann bringt diese Manuskripte vorerst nicht unter.

Haller schreibt von etlichen Niederlagen, bis er eines Tages den «Schlüssel zu seinem Stoff», zur Geschichte seiner Mutter, findet. Daraus entsteht 2001 der eindrückliche Roman «Die verschluckte Musik», mit dem er den Durchbruch schafft. Zwei weitere Romane schliessen bis 2006 die «Trilogie des Erinnerns» über die Geschichte seiner Familie ab. Damit endet nun die «Fluss-Trilogie», deren dritter Teil «Flussabwärts gegen den Strom» ist.

In diesem Werk macht Haller die zeitweise verzweifelte Lage mit eindrücklicher Schlichtheit spürbar. Pippas Unglück berührt, und einige seiner Erfahrungen als «junger» Autor klingen im Nachhinein geradezu haarsträubend. So wurde, als er 1991 bei den Solothurner Literaturtagen zu Gast war, seine Einladung von einem Mitglied der Programmkommission öffentlich als Fehler bezeichnet.

Dennoch geht Christian Haller auf Umwegen, doch unbeirrt, weiter, bis er den Zugang in die «Dunkelkammer meiner Familiengeschichte» findet, so aus der literarischen Krise herausfindet und sich seinen leidenschaftlich gehegten Traum erfüllt.

Spätestens sei dem Moment, als in Bukarest «die Wirklichkeit in alte, familiäre Fiktionen» hereinbricht, bilden Leben, Erinnerung und Fiktion eine Einheit in seinem Werk. Mit der «Erfahrung des zweiten Blicks», wie er es nennt, macht Haller das Vergangene «zu einem Gegenstand einer privaten Dichtung», mal fiktional, mal autobiographisch.

Die eigene Lebens- und Familiengeschichte bildet das Fundament seines Werks. Mit der literarischen Reflexion über das eigene Schreiben gewinnt die Lebensbeichte hier im dritten Band der Trilogie spürbar an Intensität und Dichte. Es ist eindrücklich, zu lesen, wie der Autor mit Krisen umgeht, welches Beharrungsvermögen er trotz vieler Niederlagen an den Tag legt, bis er, der 1943 geboren wurde, in fortgeschrittenem Alter am Ziel ist. Und: Christian Haller kommt ganz zu sich selbst. Das schützt nicht vor weiteren Krisen, doch sie treffen einen gefestigten Schriftsteller, der seinen Traum lebt.*

*Dieser Text von Beat Mazenauer, Keystone-SDA, wurde mithilfe der Gottlieb und Hans Vogt-Stiftung realisiert.

(SDA)